#21 Best Reads 2025
Noch ein Jahresrückblick, aber immerhin ein spezifischer!
Meine Lieblingsbücher 2025 habe ich ja schon in diesem Instagram-Post präsentiert, eigentlich sind 10 aber zu wenig, zudem habe ich tatsächlich im Dezember noch ein paar so gute Bücher gelesen, dass ich noch mal eine größere Auswahl präsentieren möchte. Hier also eine Top 20, ganz grob in Genres unterteilt. Alle kann ich ohne Einbußen empfehlen!
Mid-Life
Ava liebt noch (Vera Zischke): Das war wirklich eine große Überraschung, ich dachte nämlich erst: zu kitschig - aber dann mochte ich es sehr und habe es in 2 Tagen verschlungen. Protagonistin ist Ava, die jahrelang perfekt als Mutter und Ehefrau funktioniert hat - allerdings in einer unglaublich unglücklichen Ehe. Sie verliebt sich in einen wesentlich jüngeren Mann. Das Ganze ist so herrlich ehrlich und ungeschönt geschrieben und es trifft genau den Ton zwischen der Erschöpfung des Alltags und der brennenden Sehnsucht nach mehr, die so viele Frauen in dem Alter kennen. (Passt auch zu: Love Story)
Mon Chéri und unsere demolierten Seelen (Verena Roßbacher): Auch hier war ich skeptisch, die Hauptperson Charly war zwar von Anfang witzig, aber auch sehr klamaukig und chaotisch. Sie ist Anfang 40 und so mittelmäßig zufrieden mit ihrer bisherigen Lebensbilanz - bis sich alles ändert. Irgendwann habe ich sie sehr lieb gewonnen und im Laufe der Geschichte merkt man, wie viel Tiefgang hinter der skurrilen Fassade steckt. Der Roman hat total viele Facetten – und ist am Ende eine wirklich wunderbare Geschichte über das Unperfekte und Menschliche.
Dream Count (Chimamanda Ngozi Adichie): Ah, so ein wunderbares Buch. Auch hier wird im Prinzip die Komplexität von Liebe und Sehnsucht auseinandergenommen - aus der Perspektive von vier Frauen um die 40. Es ist ein Buch, das einen gleichzeitig zum Nachdenken bringt und emotional total abholt, weil es einfach dieses unglaubliche Gespür für zwischenmenschliche Nuancen hat.
Coming of Age
Sunburn (Chloe Michelle Howarth): Eine sehr intensive, flirrende Coming-of-Age-Geschichte aus der irischen Provinz. Die Atmosphäre ist fast greifbar – man spürt förmlich die Hitze dieses einen Sommers und die Verzweiflung der ersten, großen Liebe, die eigentlich keinen Platz hat. Definitiv ein Sommerbuch! (Aber ich hab’s im Spätherbst gelesen :)). (Passt auch zu: Love Story)
Der Markisenmann (Jan Weiler): Das war für mich ganz am Ende des Jahres noch mal ein echtes Highlight. Leider habe ich es im Winter gelesen, es ist die absolute Sommer-Geschichte. Diese Mischung aus Erwachsenwerden und der Annäherung an einen fast fremden Vater in einem skurrilen Lager-Setting ist einfach nur rührend und wahnsinnig gut erzählt. Tolles Buch!
Echtzeitalter (Tonio Schachinger): Eine Internatsgeschichte - mag ich eh. Aber diese hier ist so viel mehr. Es geht um sehr konservative Bildung, um die Gaming-Welt (die ich dank meines Sohne ein bisschen kenne), der Mix ist genial und zeigt so treffend, wie sich Erwachsenwerden für viele Kids anfühlt. Zudem war das sprachlich vielleicht mein liebstes Buch 2025, wunderwunderschön. Und eine Liebesgeschichte gibt es auch noch obendrauf.
Familie und Gedöns
Der größte Spaß, den wir je hatten (Claire Lombardo): Eine klassische, dicke Familiensaga, in die man so richtig abtauchen kann. Ich mochte es, wie die Dynamik zwischen den Schwestern und den Eltern auseinandergenommen wird und wie tief man in die Charaktere einsteigt. Das ganze Buch ist ein bisschen wie ein sehr langer Blick durchs Schlüsselloch bei den Nachbarn.
Long Island Compromise / Die Fletchers von Long Island (Taffy Brodesser-Akner): Ein absoluter Kracher. Herrlich jüdischer New Yorker Humor gepaart mit einem Familientrauma. Es ist laut, es ist viel, es ist psychologisch brillant – ein Buch, das man gar nicht mehr aus der Hand legen will.
Hier muss es sein (Maggie O'Farrell): Maggie O'Farrell schreibt einfach göttlich, ich hab mir direkt noch zwei weitere Romane von ihr besorgt. Und diese verschachtelte Geschichte über ein Paar, das sich sucht und findet (oder auch nicht), ist sprachlich ein absoluter Genuss und emotional sehr packend.
In ihrem Haus (Yael van der Wouden): Ein sehr faszinierendes Debüt. Der Mix aus historischem Setting im ländlichen Holland der Nachkriegszeit und einer brodelnden Liebesgeschichte (es geht stellenweise sehr heiß her) hat mir gut gefallen. Ab und an war es mir etwas zu konstruiert, aber dieser Roman dann doch eine unglaubliche Wucht entwickelt, die noch lange nachgehallt hat. (Passt auch zu: Love Story)
Wir sitzen im Dickicht und weinen (Felicitas Korn): Eine Familiengeschichte, die gleich mehrere Generationen abklappert (man muss sich gut konzentrieren!) - und das unheimlich ehrlich und ungeschönt. Ein Buch, das hängen bleibt. Und: Es ist sehr kurz, man rauscht total durch.









Kriminalfälle und Co
Endlich das ganze Leben (Roberta Recchia): Ein wunderbarer, generationenübergreifender Familienroman aus Italien. Es geht um ein schlimmes Verbrechen, um Verlust und Schmerz und wie man sich dennoch wieder dem Leben öffnen kann. Tat weh! Aber ein echtes Herzensbuch. (Passt auch zu: Familie und Gedöns)
Dunkle Momente (Elisa Hoven): Die Autorin ist im echten Leben Strafrechtsprofessorin und das merkt man. Es ist kein reißerischer Krimi, sondern hier werden sehr ruhig und bedacht moralische Grauzonen aufgezeigt. Tiefgründig, präzise und der beste Beweis dafür, dass die Welt selten schwarz-weiß ist.
Furye (Kat Eryn Rubik): Wieder ein Sommerbuch! Sehr bildgewaltig, stellenweise auch ein bisschen weird (und unrealistisch). Aber mich haben Atmosphäre und Story total fasziniert.
Ungebetene Gäste (Ayelet Gundar-Goshen): Zunächst mal ist das die Geschichte einer Mutter, die ihren Sohn schützen will - und dann passiert so Einiges. Abgründig, psychologisch und mitreißend. Ich fand es so spannend! Und der Roman spielt unter anderem in Israel und ist deshalb auch politisch interessant - macht das Thema aber auf eine sehr besondere Weise auf.
Mal was ganz anderes
Monstergott (Caroline Schmitt): So ein starkes Buch! Es geht um zwei Geschwister, die in einer Freikirche aufwachsen - und an vielen Stellen mit diesen Strukturen in Konflikt geraten. Caroline Schmitt schreibt sehr direkt, roh und modern über Körperlichkeit, Scham und die Suche nach sich selbst. Ich hab’s geliebt und fand es angenehmen unangepasst.
Botanik des Wahnsinns (Leon Engler): Der Erzähler blickt zurück in seine Familienbiografie und stellt fest: Depressionen, Alkoholismus, Bipolarität - eigentlich wartet er jeden Tag darauf, auch “verrückt” zu werden. So ein tolles Buch, das uns nicht nur auf seine eigene Reise in die Vergangenheit, sondern auch in die Geschichte der Psychiatrie mitnimmt. Emphatisch, lehrreich, wunderschön.
Teddy (Emily Dunlay): Die 1960er Jahre, Rom, Diplomatenkreise. Teddy ist eine Protagonistin, die man erst mal verstehen lernen muss. Sie spielt die perfekte Ehefrau, hinter deren Fassade es aber ordentlich brodelt. Die Spannung entsteht erst eher subtil, hintenraus wird es fast ein Krimi. Stilvoll, atmosphärisch - und auch mal wieder ein Sommerbuch!
Umlaufbahnen (Samantha Harvey): Hier scheiden sich ja die Geister. Aber ich hab es sehr gefeiert. Ein fast schon poetischer, kurzer, intensiver Blick aus dem Weltraum auf unsere Erde. Beim Lesen rücken sich die eigenen Probleme in eine ganz neue Perspektive und sprachlich ist es einfach nur wunderschön. Und: Das ist mal ein Winterbuch.
Hustle (Julia Bähr): Leonie ist keine klassische Sympathieträgerin, ich hatte echt meine Probleme mit ihr. Sie landet in München (die Stadt kommt nicht gut weg, aber ich fürchte zurecht…) und als sie drei Frauen kennenlernt, die ihr Geld mit… sagen wir mal unkonventionellen Methoden verdienen, fängt sie an, ihr eigenes Business aufzuziehen. Bissig, modern und eine treffende Kapitalismus- und Gesellschaftskritik.









Und wie war 2025 sonst so?
Privates
Ich war sehr instabil im letzte Jahr, in mir war eine sehr präsente Unruhe - ich schiebe es auf die Hormone, aber ich glaube es war auch das erste Jahr nach der Trennung, in dem ich überhaupt wieder Kapazitäten für Unruhe hatte.
Ich habe viel erlebt, viel gedated, einige verrückte Dinge getan, aber auch sehr viel gearbeitet. Ich bin alles in allem ganz zufrieden mit diesem Jahr, ich durfte viel über mich lernen und trotz der anhaltenden Nervosität habe ich es meistens geschafft, meine Grenzen zu wahren und auf meine Bedürfnisse zu schauen. Zudem war es mit den Kindern wirklich schön, ich hatte mehrere besondere Momente mit beiden, zuletzt mit meiner Tochter alleine in London, was wirklich wunderbar war. Es ist das Jahr, in dem mein Sohn in die Pubertät kam - und bisher schlagen wir uns alle sehr gut und sind eng im Kontakt, was mich glücklich macht, wenn es auch nicht immer leicht ist.
Ich war allerdings auch oft gestresst, krank und erschöpft - dabei war ich nicht wenig im Urlaub, allerdings immer nur kurz. In diesem Jahr will ich das anders machen.
Ganze sieben Skitage habe ich geschafft, ich war oft in meiner Heimatstadt München, immer mit den Kindern. Ich liebe meine Freund*innen dort sehr und nichts macht mich so glücklich, wie meine Kinder mit deren Kindern connecten zu sehen. Ich war ganze drei Mal alleine mit Freund*innen unterwegs, immer nur kurz aber es war ganz toll (Ägypten, Ligurien, Schweiz). Wir waren zwei mal als Familie unterwegs (Osttirol und Formentera), einmal war es ruckelig, einmal wunderbar entspannt. (Ja, wir fahren immer noch zu viert in den Urlaub).
Ich war zu wenig im Schwimmbad und am See, weil der Sommer so mies war. Ich habe zu selten Sandalen getragen aus dem selben Grund. Aber ich habe wirklich oft Spargel gegessen, war viel im Museum und im Kino, bin extrem viel Rad gefahren und habe einige alte Freund*innen wiedergesehen.
Best Dressed 2025
Es war kein glorreiches Modejahr für mich, wenn ich mir die Bilder ansehe, denke ich meist: Mh, naja bisschen langweilig.
Der beste Kauf im letzten Jahr war definitiv die Jacke von &OtherStories, ich habe sie so so viel getragen und sie hat jedes Outfit aufgewertet. Es gibt sie leider nicht mehr, aber diese hier kommt sehr nah ran!
Auch die Nike Air Riff waren ein super Kauf. Ich bekomme oft schiefe Blicke dafür und meine Tochter nennt sie “Ziegenschuhe”, aber das ist mir egal, bzw ich mag genau das! Hier gibt es sie in grau.
Ansonsten habe ich sehr viele spitzen Käufe bei Vinted gemacht. Allen voran das Set aus Jeans und Weste von Sportmax, das ich rauf und runter getragen habe, zusammen und einzeln.
Die Aeyde Mules waren auch ein guter Kauf, es gibt sie hier nun endlich neu aufgelegt.
Meine Vorsätze?
Ich finde, ich mache genug Sport, das möchte ich so beibehalten. Allerdings würde ich gerne wieder intensiver Yoga machen und einige Übungen endlich mal ordentlich lernen. Vielleicht mache ich mal ein Retreat, mein liebstes Studio bietet auch “Foundation” Klassen an, die gezielt einige Bereiche perfektionieren.
Ich ernähre mich okay, rauche nicht und habe den Alkohol gut im Griff. Aber mehr Gemüse und weniger Süßes - das tut mir schon gut, in 2026 will ich auf jeden Fall mehr kochen, im letzten Quartal 2025 war ich schon ganz gut.
Ein ganz großer Wunsch von mir, ist in 2026 endlich ein ordentliches Bücherregal zu kaufen und zu bestücken. Ich will zudem mein Schlafzimmer ein bisschen renovieren und meinen Schrank mal wieder verkleinern, ich miste schon ständig aus, aber ich habe immer noch zu viel.
Was das Lesen betrifft, würde ich gerne ein paar Bücher, die mein Leben sehr geprägt haben, erneut lesen. Und ich möchte - mal wieder - mehr männliche Autoren lesen. Auf meinem Lesestapel ganz oben liegen “Halbinsel” von Kristine Bilkau und “James” von Percival Everett. Ich will außerdem “Gym” lesen und “Lázár”, die beiden am meisten gehypten Bücher des letzten Jahres (in meinem Feed zumindest).
Ich habe mir zudem vorgenommen, pünktlicher zu sein, bin aber schon in der ersten Woche ein paar Mal so krachend gescheitert, vielleicht sollte ich es gleich lassen. Ich bin nie SCHLIMM zu spät und nur im privaten Kontext, aber halt immer ein paar Minuten und das nervt mich kollossal (und einige meiner Freund*innen auch, SORRYYYYY)
Außerdem möchte ich mehr Brille tragen, diesen Newsletter regelmäßiger schreiben, meine Tätigkeit als Moderatorin von Lesungen ausbauen und auch mehr Instagram Content machen - einfach, weil es mir so viel Spaß macht und ich euer Feedback so liebe. Schreibt mir gerne, wenn ihr Wünsche habt.
Danke an alle, die in 2025 mitgelesen und/oder mich anderweitig unterstützt haben!
Lese- und Hörtipps
Hat mich sehr beschäftigt: Dieser Beitrag über den Fall Rhinelander vs Rhinelander in der NYT (Gift Link)
Die Welt fällt auseinander - und wir stürzen uns in den Hedonismus, so lange wir noch können. Dieser Artikel in der Teen Vogue hat mich teilweise sehr abgeholt.
Zwei meiner liebsten Labels kooperieren zum zweiten Mal und ich bin leider total hooked. Sézane und Sea begleiten mich beide schon viel Jahre, ich liebe die Qualität, die Designs, finde immer etwas. Ab 18.1. gibt es eine neue Kollektion, mein Wecker ist gestellt. Bei Sézane gibt es außerdem gerade eine NX Kollektion, dieser Trenchcoat hat es mir angetan. Meine liebsten Teile aus der Sea Kollektion habe ich auch schon gefunden, drückt mir die Daumen, dass sie nicht gleich ausverkauft sind.




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Oh, da sind einige Bücher dabei, die ich auch sehr mochte.
Tolle Übersicht. Danke!